Beratungsgespräch vor der Schönheits-OP: Diese Fragen solltest du stellen
Kurz gesagt
Vor dem Termin: Qualifikation prüfen
Das Beratungsgespräch beginnt, bevor du die Praxis betrittst. Wenn du vorab die wichtigsten Eckdaten klärst, vergeudest du keine Zeit mit unpassenden Anbietern und gehst informierter in den Termin.
Vorab solltest du die Berufsbezeichnung prüfen:
- Berufsbezeichnung: „Schönheitschirurg“ ist kein geschützter Titel, jede ausgebildete Ärztin und jeder Arzt darf sich so nennen. Geschützt ist laut DGÄPC nur der Facharzttitel „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ (früher „Facharzt für Plastische Chirurgie“).
„Ist kein Facharzttitel für Plastische und Ästhetische Chirurgie oder Plastische Chirurgie im Lebenslauf vorhanden, oder fehlt dieser gänzlich auf der Website des Arztes, empfehle ich, sich auf die Suche nach einem anderen Arzt zu machen.“
Die wichtigsten Fragen auf einen Blick
| Themenblock | Konkrete Frage | Worauf die Antwort hindeutet |
|---|---|---|
| Qualifikation | „Welchen Facharzttitel hat die Ärztin oder der Arzt, die oder der operiert?“ | Konkreter Titel = gute Basis; Ausweichen = Warnsignal |
| Erfahrung | „Wie oft wird genau dieser Eingriff hier pro Jahr durchgeführt?“ | Klare Fallzahl spricht für Routine; vage Antwort eher nicht |
| Methode | „Welche Methode wird empfohlen, und welche Alternativen gibt es?“ | Mehrere Optionen mit Begründung = ehrliche Beratung |
| Risiken | „Welche Risiken und Nebenwirkungen sind möglich?“ | Offene, konkrete Aufklärung statt Verharmlosung |
| Kosten | „Was genau ist im Preis enthalten, inklusive Nachsorge?“ | Detaillierter Kostenvoranschlag = transparent; „kommt drauf an“ = nachhaken |
| Komplikationen | „Wer behandelt mögliche Komplikationen, und was kostet das?“ | Klare Zuständigkeit und Erreichbarkeit erwartbar |
| Bedenkzeit | „Wie viel Zeit habe ich für meine Entscheidung?“ | Aufklärung rechtzeitig vor dem Eingriff, kein Drängen zur Unterschrift |
KI-generiertes BildFragen zur Qualifikation & Erfahrung
Frag zu Qualifikation und Erfahrung konkret:
- Facharzttitel: Lass dir den genauen Titel nennen. Allgemeine Formulierungen wie „langjährige Erfahrung in der ästhetischen Medizin“ ersetzen keinen Facharzttitel.
- Fallzahl: Frag, wie oft die Ärztin oder der Arzt genau diesen Eingriff im Jahr durchführt, etwa eine Nasenkorrektur oder Brustvergrößerung. Eine konkrete jährliche Zahl kannst du einordnen, eine vage Antwort nicht.
Die DGÄPC empfiehlt, bei der Arztsuche „von Anfang an Wert auf den Titel Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie zu legen“.
Fragen zu Methode, Risiken & Ablauf
Eine gute Beratung erklärt nicht nur das Ergebnis, sondern auch den Weg dorthin, ehrlich und verständlich.
- Methode: Lass dir erklären, warum genau dieses Verfahren zu deiner Ausgangslage passt. Bei Hyaluron-Behandlungen sollte das verwendete Produkt (z. B. Juvéderm, Restylane oder Belotero) benannt werden.
- Alternativen: Frag, welche schonenderen oder günstigeren Wege es gibt und warum die Praxis sie in deinem Fall nicht empfiehlt.
- Risiken und Nebenwirkungen: Jeder Eingriff hat mögliche Risiken, von Schwellungen und Blutergüssen bis zu selteneren Komplikationen. Eine Praxis, die offen aufklärt, statt zu beschwichtigen, nimmt dich ernst. Pauschale Aussagen, die jedes Risiko ausschließen, sind ein klares Warnsignal.
- Ablauf und Ausfallzeit: Kläre Betäubung, Dauer des Eingriffs und die Ausfallzeit, mit der die Praxis in deinem Fall rechnet, damit du planen kannst.
Fragen zu Kosten & Nachsorge
Frag beim Geld gezielt nach dem Gesamtpreis, nicht nur nach dem Startpreis auf der Preisliste.
- Was ist im Preis enthalten? Kläre, ob Beratung, Eingriff, Material, Narkose, Nachuntersuchungen und eventuelle Medikamente enthalten sind. Die Krankenkasse zahlt nur, wenn eine Behandlung nötig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen oder zu lindern (§ 27 SGB V), und rein ästhetische Eingriffe sind umsatzsteuerpflichtig (19 %): Frag, ob der genannte Preis die Steuer schon enthält.
- Welche Folgekosten können entstehen? Manche Ergebnisse müssen aufgefrischt werden, manche Eingriffe erfordern Kontrolltermine. Lass dir sagen, welche davon im Preis stecken.
- Wer behandelt mögliche Komplikationen, und was kostet das? Das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt. Kläre, ob Nachsorge und Komplikationsbehandlung im Preis enthalten sind, wer im Notfall erreichbar ist und ob diese Praxis dich auch nachts oder am Wochenende betreut.
- Bekomme ich einen Kostenvoranschlag? Laut DGÄPC erläutert eine seriöse Fachärztin oder ein seriöser Facharzt im Beratungsgespräch, wie sich der Preis zusammensetzt, und erstellt einen detaillierten Kostenvoranschlag. Wenn es nur mündliche Zusagen gibt, frag nach.
So unterschiedlich regeln Praxen die Kosten der Beratung laut ihren öffentlichen Preislisten:
| Praxis | Was zur Beratung auf der Preisliste steht | Quelle |
|---|---|---|
| KÖ-Aesthetics, Düsseldorf | Beratungshonorar 50 €, als eigener Teil der Behandlungskosten | Preisliste, abgerufen 19.10.2026 |
| Plastische Chirurgie Elsner, Hamburg | Beratungsgespräch 40 bis 70 € | Kostenseite Schamlippenverkleinerung, abgerufen 20.10.2026 |
| Schoeneich & Englbrecht, München | Fixpreis deckt alle Leistungen von der Beratung bis zur Nachsorge | Preisliste, Stand 17.07.2026 |
| Rein ästhetischer Eingriff | 19 % Umsatzsteuer, wenn kein therapeutischer Zweck vorliegt | § 4 UStG |
Warnsignale im Gespräch
Manche Hinweise sprechen klar gegen eine Praxis, unabhängig davon, wie überzeugend die Website wirkt. Achte auf diese Warnsignale:
- Zeitdruck und Rabatte: „Nur heute“ oder „Sonderpreis bei sofortiger Unterschrift“ setzen dich unter Druck. Nach § 630e BGB muss die Aufklärung so rechtzeitig erfolgen, dass du deine Entscheidung wohlüberlegt treffen kannst. Auffallend günstige Preise oder Lockangebote solltest du laut DGÄPC kritisch bewerten und im Beratungsgespräch hinterfragen.
- Ausweichen bei der Qualifikation: Nennt dir niemand einen konkreten Facharzttitel oder Fallzahlen, hak nach oder such dir eine andere Praxis.
- Garantieversprechen: Niemand kann ein bestimmtes Ergebnis zusichern. Übertriebene Versprechen sind ein deutliches Alarmzeichen.
- Keine Aufklärung über Risiken: Wird über mögliche Komplikationen nicht gesprochen, fehlt die Grundlage für eine informierte Entscheidung.
- Unklare Zuständigkeit bei Komplikationen: Bleibt offen, wer dich im Problemfall behandelt, solltest du die Behandlung dort nicht durchführen lassen.
Nimm dir nach dem Gespräch Zeit, alles in Ruhe abzuwägen. Eine fundierte Entscheidung triffst du mit Bedenkzeit, nie unter Druck. Eine Übersicht weiterer Themen findest du im Ratgeber, Praxislisten mit öffentlichen Google-Bewertungen unter Praxis finden.
„Bei unseren Mitgliedern dauert eine Beratung in der Regel 60 Minuten. Es kann auch etwas schneller gehen, denn manche Patienten sind schon sehr gut informiert. Dennoch gilt, alles, was unter 30 Minuten liegt, ist ungenügend.“
Häufige Fragen
Welche Fragen sollte ich im Beratungsgespräch stellen?+
Frag nach dem Facharzttitel, den jährlichen Fallzahlen für genau diesen Eingriff, der konkreten Methode samt Alternativen und Risiken sowie danach, was im Preis enthalten ist und wer im Komplikationsfall behandelt.
Was kostet ein Beratungsgespräch beim Schönheitschirurgen?+
Das legt jede Praxis selbst fest. KÖ-Aesthetics in Düsseldorf führt ein Beratungshonorar von 50 € als Teil der Behandlungskosten auf. Bei Schoeneich & Englbrecht in München deckt der Fixpreis laut Preisliste alle Leistungen von der Beratung bis zur Nachsorge. Frag bei der Terminvereinbarung, ob die Beratung etwas kostet, wenn du dich gegen den Eingriff entscheidest.
Wie viel Bedenkzeit ist sinnvoll?+
Eine feste Frist in Tagen steht nicht im Gesetz. § 630e BGB verlangt eine mündliche Aufklärung, die dir genug Zeit für eine wohlüberlegte Entscheidung lässt. Wenn dich jemand zur sofortigen Unterschrift drängt, ist das ein Warnsignal.
Woran erkenne ich einen qualifizierten Schönheitschirurgen?+
„Schönheitschirurg“ darf sich jede ausgebildete Ärztin und jeder Arzt nennen. Geschützt ist laut DGÄPC der Titel Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie (früher Facharzt für Plastische Chirurgie), und die Fachgesellschaft rät, von Anfang an auf ihn zu achten. Dazu kommen nachvollziehbare Fallzahlen für genau deinen Eingriff.
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