Schönheitsoperation: Kosten und Preise von acht Eingriffen im Vergleich
Kurz gesagt
Was kostet eine Schönheits-OP? Preise aus Praxis-Preislisten
Was plastische Chirurgie kostet, haben wir auf den öffentlichen Preislisten von Praxen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und München nachgelesen: Oberlid, Brustvergrößerung, Fettabsaugung und Facelift in unserem Preisindex vom 7. Juli, die übrigen Eingriffe am 19. Oktober direkt auf den Praxis-Websites. Fast alle Praxen nennen Ab-Preise. Ästhetik am Isartor in München gibt Nettopreise ohne Klinikgebühren an; wo sie einen Preis für denselben Eingriff nennt, steckt er in der Spanne und steht zusätzlich in einer eigenen Spalte. Die Durchschnittspreise der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) stammen aus einem Artikel von 2020 und gelten zuzüglich Umsatzsteuer; Narkose und Klinik kommen „je nach Umfang“ hinzu.
| Eingriff | Ab-Preise laut Preislisten | Praxen | Stand | Ästhetik am Isartor (netto, ohne Klinik) | DGÄPC-Durchschnitt (zzgl. USt, ggf. Narkose/Klinik) |
|---|---|---|---|---|---|
| Oberlidstraffung | 2.100–3.200 €, Median 2.225 € | 6 | Juli 2026 | 3.200 € | 1.800–2.500 € |
| Unterlidstraffung | 3.500–5.500 € | 6 | Oktober 2026 | 5.500 € | 2.500–3.500 € |
| Brustvergrößerung mit Implantaten | 6.500–7.500 €, Median 7.050 € | 6 | Juli 2026 | 7.200 € | 5.000–6.500 € |
| Bruststraffung | 4.999–9.900 €, Median 7.500 € | 7 | Oktober 2026 | 9.900 € | 3.500–6.500 € |
| Nasenkorrektur | 5.500 € (KÖ-Aesthetics) | 1 | Oktober 2026 | kein Preis | 3.000–5.000 € |
| Fettabsaugung, Pauschale | 2.800–4.500 €, Median 3.500 € | 5 | Juli 2026 | nur pro Zone: 2.900 € | 2.000–8.000 € |
| Bauchdeckenstraffung, komplett | 6.500–11.000 €, Median 8.400 € | 5 | Oktober 2026 | 9.800 € | 3.500–6.500 € |
| Facelift, ohne Mini-Facelift | 7.200–15.000 €, Median rund 8.800 € | 6 | Juli 2026 | 11.900 € | 5.500–7.500 € |
Anders als Ästhetik am Isartor rechnen Aesthetik am Kaifu in Hamburg und Schoeneich & Englbrecht in München die Narkose ein. Schoeneich & Englbrecht nennt seit unserer Erhebung im Juli andere Preise: für die Oberlidstraffung jetzt 2.800 €, für die Fettabsaugung ab 6.500 € plus 2.500 € je weitere Zone.
Rechenbeispiel: eine Brustvergrößerung auf drei Preislisten
Wir halten den Listenpreis allein für wenig aussagekräftig, weil schon die Umsatzsteuer die Reihenfolge der Praxen umdrehen kann. Am 19. Oktober haben wir dafür drei Preislisten für eine Brustvergrößerung mit Implantaten aufgerufen und jeden Betrag auf einen Preis inklusive 19 % Umsatzsteuer umgerechnet.
| Praxis | Preis auf der Liste | Laut Preisliste enthalten | Betrag mit 19 % USt |
|---|---|---|---|
| Aesthetik am Kaifu, Hamburg | ab 6.600 €, „inkl. MwSt.“ | „typischerweise“ Übernachtung, OP, Narkose; Labor und Kompressionswaren können hinzukommen | 6.600 € |
| Schoeneich & Englbrecht, München | 7.500 €, „Fixpreis“ | Planungsgespräch, OP, Nachsorge, Kompressions-BH, Versicherung | 7.500 € (USt nicht gesondert ausgewiesen) |
| Ästhetik am Isartor, München | ab 7.200 € netto | ärztliche Leistung; Klinikgebühren für Narkose und Übernachtung kommen hinzu | 8.568 € plus Klinikgebühren |
Auf der Preisliste liegt Ästhetik am Isartor mit 7.200 € in der Mitte. Mit Umsatzsteuer sind es 8.568 €, schon ohne Klinikgebühren der höchste der drei Beträge; 1.368 € davon sind Steuer. Wie groß der Abstand am Ende wird, hängt davon ab, was die Klinik für Narkose und Übernachtung berechnet, und diesen Betrag erfährst du erst im Beratungsgespräch. Auch die DGÄPC-Durchschnittspreise von 5.000–6.500 € werden mit Umsatzsteuer zu 5.950–7.735 €, weiterhin ohne Narkose und Klinik. Bei Kovacs Plastische Chirurgie in München können laut Preisliste Behandlungsdauer, Schwierigkeit der OP und Narkose den genannten Preis verändern.
Umsatzsteuer auf ästhetische Eingriffe
Ärztliche Heilbehandlungen sind nach § 4 Nr. 14 Buchst. a UStG umsatzsteuerfrei. Für ästhetische Operationen gilt das laut einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 4. Dezember 2014 (V R 16/12) „nur dann“, wenn bei der behandelten Person „aufgrund einer Krankheit, Verletzung oder eines angeborenen körperlichen Mangels ein Eingriff ästhetischer Natur erforderlich ist“. Für eine rein ästhetische OP fallen deshalb 19 % Umsatzsteuer an. Steht auf einem Angebot weder „inkl.“ noch „zzgl.“ Umsatzsteuer, frag nach, bevor du es mit einem anderen vergleichst.
Kostenvoranschlag und GOÄ-Vereinbarung lesen
Laut DGÄPC erklärt eine seriöse Fachärztin oder ein seriöser Facharzt im Beratungsgespräch „gern“, wie sich der Preis zusammensetzt, und erstellt einen detaillierten Kostenvoranschlag. Wenn du ihn zu Hause neben die Preisliste legst, such darin Narkose, Klinik, Übernachtung, Kompressionswäsche, Nachsorgetermine und Umsatzsteuer. Fehlt ein Posten, kannst du vor der Unterschrift nachfragen, ob er im Preis steckt oder extra berechnet wird.
Abgerechnet wird auch eine Schönheits-OP nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Leistungen über das medizinisch Notwendige hinaus darf die Ärztin oder der Arzt nach § 1 Abs. 2 GOÄ nur berechnen, wenn sie „auf Verlangen des Zahlungspflichtigen erbracht worden sind“. Will die Praxis Gebühren abweichend von der GOÄ berechnen, braucht sie nach § 2 GOÄ eine schriftliche Vereinbarung, die ihr vor dem Eingriff persönlich besprecht. Liegt dir so ein Schriftstück vor, lies es zusammen mit dem Kostenvoranschlag. Der Bundesgerichtshof hat 2006 entschieden (III ZR 223/05), dass auch kosmetische Operationen an die GOÄ gebunden sind; eine Ausnahme hält er nur für möglich, wenn das Krankenhaus statt der Ärztin oder des Arztes abrechnet.
Krankenkasse und Folgekosten
Eine rein ästhetische OP zahlst du selbst. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt nur Krankenbehandlung, die notwendig ist (§ 27 SGB V), und Privatpraxen wie KÖ-Aesthetics rechnen ohnehin nicht mit ihr ab. Wirst du wegen einer Komplikation nach einer rein ästhetischen OP behandelt, muss die Kasse dich nach § 52 Abs. 2 SGB V „in angemessener Höhe an den Kosten“ beteiligen und das Krankengeld für die Dauer der Behandlung ganz oder teilweise versagen oder zurückfordern. Nach einer Brustvergrößerung empfiehlt die DGPRÄC jährliche Kontrollen der Implantate und geht von einem Wechsel etwa alle zehn Jahre aus; beides zahlt die gesetzliche Kasse bei ästhetischen Eingriffen nicht. Wann sie doch zahlt, etwa bei Lipödem, steht im Ratgeber zu Schönheits-OP und Krankenkasse.
Auffällig günstige Angebote und die Arztwahl
Ob ein Eingriff für dich infrage kommt, klärt eine Fachärztin oder ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie bei der Untersuchung vor dem Eingriff. Die DGÄPC rät, „von Anfang an Wert auf den Titel Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie zu legen“; woran du den Titel erkennst, steht im Ratgeber seriösen Schönheitschirurgen erkennen. Liegt ein Angebot deutlich unter den DGÄPC-Durchschnittspreisen, frag im Beratungsgespräch nach, was darin fehlt. Auffallend günstige Preise sollten nach Ansicht der Fachgesellschaft „kritisch bewertet“ werden.
„Es gibt in der plastischen Chirurgie keine Schnäppchen, auch nicht im Ausland“
KI-generiertes BildWenn du die Summe nicht auf einmal zahlen willst, findest du im Ratgeber Schönheits-OP finanzieren, was ein Kredit kostet.
Häufige Fragen
Was kostet eine Schönheits-OP im Gesicht?+
Für Ober- und Unterlid in einer OP nennt Aesthetik am Kaifu in Hamburg ab 5.400 € inklusive Umsatzsteuer, Ästhetik am Isartor in München ab 6.900 € netto und ohne Klinikgebühren für Narkose und Übernachtung. Einen OP-Preis für die Nase fanden wir nur bei KÖ-Aesthetics in Düsseldorf: ab 5.500 €. Die DGÄPC gibt für eine Nasenkorrektur 3.000–5.000 € als Durchschnitt an, zuzüglich Umsatzsteuer, Narkose und Klinik.
Kostet das Beratungsgespräch extra?+
KÖ-Aesthetics in Düsseldorf führt ein Beratungshonorar von 50 € als Teil der Behandlungskosten auf. Bei Schoeneich & Englbrecht in München deckt der „Fixpreis“ laut Preisliste alle Leistungen von der Beratung bis zur Nachsorge. Frag bei der Terminvereinbarung, ob die Beratung auch etwas kostet, wenn du dich gegen die OP entscheidest.
Wer zahlt Komplikationen nach einer Schönheits-OP im Ausland?+
Bist du gesetzlich versichert, behandelt dich deine Krankenkasse auch dann, sie muss dich aber nach § 52 Abs. 2 SGB V an den Kosten beteiligen, genau wie nach einer ästhetischen OP im Inland. In einer VDÄPC-Befragung 2025 betreuten rund 37 % der Chirurginnen und Chirurgen mehr Menschen nach Auslands-OPs wegen Komplikationen oder Korrekturen als im Vorjahr; in 63,2 % der Fälle ging es um Wundheilungsstörungen oder Infektionen.
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